Waldweihnacht im Carrickgollogan Forest

26. Dezember. Den ganzen Tag hat es geregnet. Aber um 18 Uhr, als sich 15 Menschen in völliger Dunkelheit auf dem Parkplatz beim Carrickgollogan Forest südlich von Dublin versammeln, hört der Regen auf. Zeit, im Wald nach der Weihnacht zu suchen. Mit Hilfe der Taschenlampen gelingt es, einigermaßen sicher die größten Matsch-Stellen des Weges zu umgehen. An drei Stationen liest uns Philine jeweils ein Stück aus einer Weihnachtsgeschichte von Selma Lagerlöf vor: Es geht um die Kälte und um die Suche des Josef nach Feuer und um die Erkenntnis, dass man die Engel nur dann sieht, wenn man selber barmherzig ist.

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Wir besteigen noch den Berg. Oben ist es windig und etwa 3 Grad kalt. Wir schauen hinunter und hinüber zur nächtlich erleuchteten Stadt Dublin.

Am Parkplatz brennt ein Feuer. Jan hat auch Glühwein und heiße Schokolade vorbereitet, außerdem gibt es Plätzchen, Salat und Würstchen. Dann singen wir. Es ist wunderschön: Vierstimmig, die alten Sätze von “Es ist ein Ros’ entsprungen”, oder “Nun komm der Heiden Heiland”, aber auch “Stille Nacht” in Deutsch, Englisch, Irisch und Französisch.

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Schließlich kommt der Vollmond über dem Wald hervor.

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Danke Euch, die Ihr dabei wart! Danke allen, die etwas vorbereitet haben. Danke für die Musik! Das war richtig gut hier. Weihnachten eben.

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With pipes …

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… at at the crib: Our first Christmas in Ireland. The scenery is part of the nativity scene in “my” St.Finian’s Church, Dublin

Nollaig Shona! Happy Christmas! Fröhliche Weihnachten! 

Christmas Eve 3pm: Service with nativity play from and for the children. My short sermon was about a torch: Celebrate Christmas to recharge yourself with hope and joy in a dark world.

Christmas Eve 5pm: Service with Choir music. The main topic of the sermon: Bethlehem today – our world today – Today Christ is born – learn from a child: “today” is every day. Let Christ be born today in your heart.

Christmas 11 am: Service in English with Soprano solo music. The centre of the service: Glory to God in the Highest. I unfolded this sentence comparing it with George Macleod, founder of the Iona Community, who once saw this sentence at a church window with a broken part, so he could read: GLORY TO GOD IN THE HIGH ST

MANY nice people, many good wishes for us. A good feeling being at home in Dublin, Ireland, Lutheran Church.

We enjoyed Christmas Eve with a friend: good meal, story telling and some  board games – and Christmas Cookies as shown below 🙂

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the night before christmas

It’s a stormy night. The star shows us the way. The church is waiting. Waiting for people, for the newborn Son of God, for words of peace and hope in the darkness of our time. We are waiting. Waiting for new light in our heart. Come to see and sing and listen! And be blessed, wherever you are, in the upcoming holy night.

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…denn sie hatten keinen Raum in der Herberge

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Freitag: Gottesdienst in Limerick.Wir sind in St.Mary’s Cathedral. Das Pub, in das wir sonst nach dem Gottesdienst gehen, ist voll. Also verabschieden sich die meisten. Aber ein paar bleiben hartnäckig: Das Café in der Burg von Limerick sei ein guter Ort. Doch auch dort: Kein Hineinkommen, weil die gesamte Burg für ein Weihnachtsspektakel ausgebucht war. Susi bleibt hartnäckig: Da drüben, ein stilles Pub, da ist doch nichts los! Wir gehen hinein, fragen nach Kaffee und Kakao: Das Pub ist leer und die Bedienung verschwindet auch. Dann deutet sie auf der Straße zwei Häuser weiter. Was ist das? Ein Sportbekleidungsgeschäft, das noch offen hat. Zögernd gehen wir hinein. Ein netter Verkäufer. Hier soll es Kaffee und Kakao geben? Er lotst uns durch das Geschäft. Dahinter ist ein gemütlicher Verschlag, ein Stück improvisierter Raum mit Kunstrasen und einigen Tischchen, ehemals ein kleiner Hinterhof. Es wurde ein wunderschöner Abend. Und eines von den Kindern sagte: Das ist ja hier wie in Bethlehem … 

Auf der Heimfahrt geht es mir durch den Kopf: Der Dienst als Pfarrer in Irland in Orten, in denen wir keine eigene Kirche und kein Gemeindehaus haben, gleicht dem Weg, den Jesus gegangen ist: Er hatte auch keine eigene Kirche und keinen eigenen Versammlungsraum. Er hat auch genommen, was sich angeboten hat.

Ich bin sehr dankbar für dieses Schlüsselerlebnis in Limerick. Hier noch ein Bild von Limerick mit dem Shannon.

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Drei Tage, Drei Orte, Drei Gottesdienste

Nach 838 km, drei Tagen unterwegs, drei Gottesdiensten an drei verschiedenen Orten und dreimal ausgiebiger Kirchkaffee ist nun eine kleine Sonntagabendpause angesagt. Zu Hause in Dublin ist es zum Glück trocken vor dem Sofa – das Bild zeigt den  teilweise unter Wasser stehenden Fitzgerald-Park in Cork. Überall stehen Wiesen unter Wasser, in Galway wurde sogar befürchtet, dass zentrale Brücken unpassierbar werden, es fehlten nur noch wenige Zentimeter.

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Bibel und People – was mir bei dem Rückblick auf die ersten einhundert Tage wichtig geworden ist, hat sich bei der “zweiten Runde” in den Orten in Irland bestätigt: Neben einer guten Predigt ist die Gemeinschaft und das Wissen voneinander wichtig. Nur dann lohnt es sich für alle, teilweise weite Fahrten auf sich zu nehmen, um einen deutschen Gottesdienst zu feiern. Es hat Freude gemacht. Danke für all die Kaffee-Vorbereitungen, und Danke für die Gastfreundschaft in den drei Kirchen (zweimal Church of Ireland, einmal United Methodist and Presbyterian!

Für Morgen, Montag, steht so viel auf dem Programm, dass ich befürchte, der Montag wird explodieren! 😉

100 Tage / 100 days

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Dublin, O’Connel-Bridge westwards.

Und ewig fließt der Fluss der Zeit

9.12.2015: Einhundert Tage Dienst als Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Irland sind vorüber. Larissa und ich sind mittler Weile an allen acht Orten außerhalb Dublins gewesen, wo es deutschsprachige Gemeindegruppen unserer Kirche gibt. Ich habe  einundzwanzig Gottesdienste durchgeführt, zwei Taufen, zwei Trauungen, keine Beerdigung. Vier Stunden Religionsunterricht jede Woche. Jeden Monat Kirchenvorstand (im wahrsten Sinn des Wortes – “über” uns gibt es keine Institution). Ich bin in einigen Institutionen Mitglied: Dublin Council of Churches, ab Januar im Exekutivkomitee des Irish Council of Churches, im Irish Council of Christian and Jews, im Dublin Lions Club und im Goethe Intistute Choir. Es gibt ein gutes Team aktiver Menschen in der Kirche: Ohne Frithjof, Yvonne, Martin, Uta, Gero, Britta, Markus, Anika, Helga, Traudi, Monika, Stefan, Gesa, Barbara und viele, viele, viele andere würde der Dienst in Dublin und den anderen acht Orten nicht möglich sein. Dafür ein herzliches DANKE! Das Kirchenbüro machen Larissa und ich derzeit zusammen – alleine würde ich das mangels Sekretärin nicht schaffen.

Nach hundert Tagen weiß man noch nicht alles. Aber der Überblick ist da. Und ein erstes Fazit: Einerseits macht die Arbeit riesig Freude, sie ist bunt,  es gibt wenig lästige Dinge. Andererseits ist das Programm insgesamt zu viel. Allein die Verwaltung kostet viel Zeit, hier ist viel aufzuarbeiten (Datenbanken).

Die zwei Säulen meiner Arbeit: Bibel und people.

Bibel: Verkündung ist wichtig und ich erhalte viele Rückmeldungen sowohl auf Predigten als auch auf inhaltliche “Tupfer” in Mails. Das habe ich in diesem Umfang in Deutschland nicht erlebt. Für das neue Jahr möchte ich den Gemeindebrief mit jeweils einem inhaltlichen Akzent versehen und gerne die homepage in meinen Dienst mit einbinden. Dazu eine gute, wöchentliche Kirchen-eMail würde helfen, auch die Menschen besser zu erreichen, die nicht in Dublin leben.

People: Menschen nahe sein, zuhören, bei Taufen und Trauungen Zeit haben, aber auch den zahlreichen deutschen Reisegruppen ein Ansprechpartner sein, das ist wichtig. Grundlage dafür ist die Pflege der Mitglieder- und Freundesdatenbank. Zu den “people” zähle ich auch die ökumenischen Partner und die jüdischen Gemeinden. Ziel ist es, auch zu den Muslimen einen Kontakt herzustellen. In der nahen Zukunft möchte ich gerne etwas für junge Erwachsene anbieten – es häufen sich allein Anfragen von Studierenden und Volunteers, die ein Zimmer suchen. Auszubauen ist der Kontakt zu den Mitgliedern und Freunden in den acht anderen Orten in Dublin.

Es gibt aber auch das Bedürfnis, Dinge loszuwerden oder zu delegieren. Es ist nicht einfach, zu definieren, welche das sein können. Aber ein gutes Beispiel gibt es: Dass der Pfarrer auch die Gesamtkoordination des Adventsbasars macht, müsste nicht sein. Das ist ein schönes, klar umrissenes Projekt, das auch ehrenamtlich geleitet werden könnte. “There will be another year”, wie es so schön in Irland heißt…

english version follows shortly!   

Sligo,Mullingar, Dublin, Wexford

So sieht das zweite Adventswochenende des Deutschen Pfarrers samt Ehefrau in Irland aus:

Freitag Abend: Gemeindeabend in Sligo bei Familie Henry-Kramer. Dreieinhalb Stunden Anreise in Dauerregen und Sturm. Es galt, viele Riesenpfützen geschickt zu umfahren, außerdem einen Baum, der wenige Autos vor uns die Straße überquerte. Als wir ankamen, erzählte Christa, es hätte die Wetterwarnung Rot für den Nordwesten Irlands gegeben: Sturm und 100 l/qm Regen. Entsprechend klein war die Gruppe. Aber es war sehr aufschlussreich. Wir haben sehr große Gastfreundschaft genossen, denn wir blieben über Nacht. Am nächsten Morgen gab es noch ein gutes Gespräch, und dann haben wir noch ein wenig in Regen und Sturm die Gegend erkundet. Das Foto zeigt einen Teil der Küste. Meer und Himmel gehen ineinander über. The wild Atlantic! P1210367klein

Dann war noch Zeit, den Wocheneinkauf zu erledigen, um schließlich die nächste Station zu erreichen:

Samstag Nachmittag: Gottesdienst in der Franciscan Friary Multyfarnham bei Mullingar. Immer noch Sturm und Regen. Aber die Kirche war beheizt und die Mönche unglaublich gastfreundlich. Es war ein lebendiger Gottesdienst. Diesmal hatten wir Buntstifte und was zum Ausmalen für die Kinder dabei 🙂 Der “Kirchkaffee” im Privathaus war wunderbar, mit Buffet, Kaminfeuer und guten Gesprächen. Danke für die Gastfreundschaft, Anke!

Sonntag Gottesdienst in Dublin: Familiengottesdienst und Taufe. Der Nikolaus kam zu Besuch, er hat Deutsch gesprochen. Dafür war die Taufe in Englisch, die Familie stammte aus Nordamerika. Kirchkaffee gab es und “Nachbasar”. Viele Menschen waren beteiligt, und das ist gut so. Allein ist das alles nicht zu schaffen. So bunt ist unsere Kirche!

Dann hieß es, zügig aufbrechen, gut zwei Stunden Fahrt nach Wexford zum Gottesdienst in der dortigen St.Iberius Church, eine Kirche der Church of Ireland. Wieder erlebten wir große Gastfreundschaft, sogar die Küsterin war da und ich durfte den Flügel benutzen, der eigentlich der Oper von Wexford gehört. Eine kleine, feine Gemeinde versammelte sich und wir hatten danach eine gute Gemeinschaft in einem Restaurant. Auf dem Foto ist die Kirche innen zu sehen. Sie war eine Zeitlang Garnisonskirche der Engländer. P1210369klein

Jetzt sitzen wir auf dem Sofa und machen Pause!