Kirchenvorstands – Wochenende in Glenstal Abbey

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In den 20er Jahren gegründet, hat Glenstal Abbey um die 39 Mönche, die nach der Regel des Heiligen Benedikt hier leben und ein Internat sowie ein Gästehaus betreiben. Der amtierende Abt der Domition Abbey in Jerusalem, Gregory Collins, kommt von hier. Die Zahl der Mönche ist seit Jahren stabil.

Zu elft waren wir: Alle Mitglieder des Kirchenvorstands sowie Larissa, die uns als Fachfrau in das Thema Fundraising eingeführt hat. Wesen und Auftrag der Lutherischen Kirche in Irland war die Leitfrage des Wochenendes.

Gute Stunden: Manch eine Idee fing an zu knospen, und draußen tat es das auch:

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Unserer Gemeinschaft tat es gut, von den Benediktinern in zwei Gesprächen inspiriert zu werden und ein wenig zu feiern, zu lachen und Lebensgeschichten zu teilen. Seinen Abschluss fand das Wochenende zum einen mit dem Gottesdienst in Belfast, den Frithjof als Prädikant mit unseren Freunden dort feierte, und dem Gottesdienst in Limerick, zu dem wir gemeinsam aufbrachen.

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Abschied von Praktikantin Sandra Golenia

Für sechs Wochen, vom 10. Januar bis heute, war stud. theol. Sandra Golenia für ein Gemeindepraktikum bei uns. Sie hat bei Silvia, einem Kirchenmitglied, gewohnt und hat Einblicke in meine Arbeit gewonnen. Es war eine schöne Zeit, die mir auch die Gelegenheit bot, in den Gesprächen mit Sandra über die eigene Arbeit zu reflektieren. Sandra hat bei der Verabschiedung im Gottesdienst gesagt, dass ihr besonders gefallen hat, wie herzlich sie in der Gemeinschaft aufgenommen wurde.

Kein Mensch geht, ohne Spuren zu hinterlassen: Zwei Vorträge im Deutschen Kaffeemorgen werden in Erinnerung bleiben, und dazu die Arbeit am Archiv unserer Kirche und das Ermitteln genauerer Mitgliederdaten der Gemeindegruppe in Cork und sicher viele einzelne Begegnungen.

Sie wird in Göttingen weiter studieren, bald mit der Zielgeraden Examen, und natürlich bin ich gespannt, wie ihr Weg weitergeht. Alles Gute und Gottes Segen, Sandra, und vielen Dank!

Easter Sunday: No car access to inner city

Das war diese Woche in der Zeitung Diskussionsgegenstand: Am Ostersonntag gibt es die große Parade in Dublin anlässlich des 100. Jahrestages des Osteraufstandes von 1916. Der Aufstand war genau genommen am Ostermontag, 24. April 1916. Dennoch wird das Jubiläum am Ostersonntag im März gefeiert. Die Folgen: Die gesamte Innenstadt ist für den Autoverkehr gesperrt – aus Sicherheitsgründen. Für manche Kirchen bedeutet das praktisch den Ausfall des Ostersonntagsgottesdienstes, da man die Kirche nicht erreichen kann. Es steht bereits fest, dass aus Sicherheitsgründen kein Gottesdienst in der Christ Church stattfinden wird. St.Finian’s ist auch betroffen, aber die Straßensperre ist nicht weit weg, sodass man zu Fuß kommen kann.

Solemniser | “Standesbeamter”

Die Ehe ist ein äußerlich, weltlich Ding, schrieb Martin Luther in seiner Schrift “Von Ehesachen” 1530. Erst nach der rechtlichen Vermählung folgt der Gottesdienst als Bitte um Gottes Segen. In der Diskussion um die kirchliche Amtshandlung für ein gleichgeschlechtliches Paar ist meine Landeskirche, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, genau dieser Argumentation gefolgt: Weil nun der Staat die Vermählung zweier gleichgeschlechtlicher Menschen erlaube (ein “weltlich Ding”), kann dieses Paar danach um Fürbitte und Segen bitten.

Viel ist darum gestritten worden. Im Theologischen Ausschuss meiner Landeskirche habe ich an der Endfassung der neuen “Lebensordnung”, in der dies alles geregelt ist, mitgewirkt.

Nun hat das Thema Ehe und Trauung in Irland eine ganz neue Wendung für mich genommen:

P1000250kleinMit Wirkung vom 4. Februar 2016 bin ich “Solemniser”, das heißt eine Art Standesbeamter. Wer vom Registration Office die notwendigen Dokumente mitbringt, kann im Rahmen einer Trauung von mir auch standesamtlich vermählt werden. Ich muss mich neu damit beschäftigen, was das denn nun im Sinne Martin Luthers bedeutet! Positiv ist auf jeden Fall, dass die Paare genau einen Trau-Tag haben. Für Juli ist solch eine Trauung bereits gebucht, ich bin gespannt, wie ich den Ablauf gestalten werde.

Die Frage, ob die Evangelisch-Lutherische Kirche auch gleichgeschlechtliche Paare traut, haben wir indes im Kirchenvorstand noch nicht beschlossen. Es gibt eine große Sympathie dafür, doch gibt es auch die Ökumene, die wir im Blick behalten möchten. Derzeit gilt die Regelung, dass wir zumindest einen Fürbittgottesdienst für ein gleichgeschlechtliches Paar durchführen würden – eine ähnliche, verbale Krücke wie “Segnung” in meiner Landeskirche.

Spring Cleanout / Putz-Samstag

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Nein, den haben wir nicht geputzt, auch wenn dies Auto direkt neben unserem Grundstück steht und nur sichtbar wird, wenn man über den Komposthaufen an einer Mauer hochsteigt. Dublin hat eben noch verwunschene Ecken…

Spring-Cleanout deswegen, weil nach altem irischen Brauch der Frühling am 1. Februar beginnt, dem Tag der Hl.Brigid von Kildare. Frühling im Februar, das ist irischer Optimismus, oder: Wir sagen, wann Frühling ist!

Wir haben die Kirche von Spinnweben und Staub befreit und die Bänke sowie den Altar gewienert, den Herrnhuter Stern abgebaut, in der Sakristei angefangen aufzuräumen, das Stuhllager entrümpelt, den Bastelschrank aufgeräumt, das Kinderspielzeug gereinigt, viele Säcke mit Laub gefüllt – und die Stühle mit Teppichschnee behandelt – sie sehen aus wie neu 🙂 Dank einer Spenderin aus Deutschland konnten wir uns ein leckeres Mittagessen gönnen. Schade nur, dass nicht mehr Tatkräftige gekommen  sind – es wird also eine Fortsetzung geben! Aber vor allem: DANKE denen, die da waren, und DANKE Larissa für die Logistik!!!

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ICC (Irish Interchurch Council): Retraite in Larne / Northern Ireland

Donnerstag Abend bis Freitag Nachmittag (5.2.16): Retraite und anschließendes meeting des Exekutivkomitees des ICC in Larne (Hafenstadt nördlich von Belfast). Auf dem Bild sieht man das Chaise-Monument an der Hafeneinfahrt, ein den irischen Rundtürmen nachgebildeter, kleiner Leuchtturm. Er erinnert an James Chaine, Parlamentsmitglied, gestorben 1885, der maßgeblich an der Entwicklung des Hafens von Larne als Fährhafen zum in Sichtweite befindlichen Schottland beteiligt war. Für Sightseeing hatte ich nur 45 Minuten Zeit – vor dem Frühstück 🙂

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Nur wenige Stunden, aber es war eine gute Erfahrung! Thema: Erarbeitung, was “servant leadership” (hm, übersetzt vielleicht: dienendes Leitungshandeln) im christlichen Kontext ist. Dazu gab es fünf kurze statements zu faith, hope, respect, holiness und witness im Kontext von leitendem Handeln.

Gerahmt wurden die Beiträge durch drei kurze Andachten zu der Berufung des Jesaja, Mose am Dornbusch und der Emmausgeschichte.

Anders als bei solchen Kursen, die ich in Deutschland erlebt habe, ging es hier weniger um Strategien, es waren mehr assoziative Impulse. Da ich ziemlich überarbeitet dort hingefahren bin, hat das sehr gut getan. Die Andachten waren evangelikal geprägt, Lieder Texte und Gebete gingen ineinander über, aber ziemlich gut gemacht. Es ist schön, dass die Lutherische Kirche in Irland so angesehen ist – und Mitglied auch im ICC, obwohl sie so klein ist.

Das nächste Bild zeigt den Blick nach Schottland – Iona war mir während des Seminars sehr nahe, ich habe an einer Stelle von dem Abendmahl in der Iona Abbey erzählt: Da wird gesagt, dass es nicht eine Denomination, nicht eine Kirche ist, die zu Tisch lädt, sondern Jesus selbst. Ökumenische Gastfreundschaft.

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