Weise (oder Könige) in Irland unterwegs?

Am Epiphaniassonntag, dem 6. Januar 2019, nachmittags, sind wir in den Dublin Mountains wandern. Es handelt sich um einen Rundweg, den man von zwei Parkplätzen aus erreichen kann. Schon bei der Anfahrt bemerken wir, dass die Parkplätze überfüllt sind, mühsam finden wir eine Lücke für das blaue Auto.

Überall sind Wanderer, meist Familien oder Gruppen, auf dem Weg verteilt. Hier und da sieht man Grüppchen beim Picknick, und manchmal sausen Horden von Kindern durch den Wald neben dem Weg. Was ist los? Wir rätseln. Ob es eine irische Tradition ist, an Epiphanias, dem Dreikönigstag, unterwegs zu sein? Der Theologe in mir beginnt sogleich, eine Theorie zu entwickeln: Die Wanderer tun es den Drei Weisen (drei Königen) aus dem Morgenland gleich und wandern, symbolisch sozusagen. Handelt es sich also um einen Nachklang von Weihnachten, um das Mitnehmen des Lichtes von Bethlehem in den Alltag hinein, wandernd erfahren?

Tage später eine nüchterne Erklärung aus Larissas irischem Büro: Weil die Wohnungen vieler Iren klein und muffig sind und weil es relativ mildes und trockenes Wetter ist, geht man, so oft wie möglich, nach draußen. Und eben erst recht an einem Sonntag, der zugleich das Ende der Weihnachtsschulferien markiert.

 

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